Dramatherapie
Was ist Dramatherapie?
Das Wort "Drama" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Handlung, Aktion".
Mit Geschichten, Improvisation, Bewegung, Musik und vielem mehr entdecken wir neue Daseinsmöglichkeiten. Im geschützten Rahmen besteht die Möglichkeit einmal auszuprobieren, zu fantasieren und zu tun, was wir in der Alltagsrealität nicht wagen. Dies macht verborgene Ressourcen erfahrbar, eröffnet neue Perspektiven und fördert ungeahnte Lösungsmöglichkeiten zu Tage.
Dramatherapie ist in vielen Ländern bereits fester Bestandteil der Arbeit in Schulen, Heimen, Spitälern, psychiatrischen Kliniken und anderen sozialen Institutionen.
Dramatherapeutische Elemente lassen sich in allen psychosozialen Arbeiten einsetzen, von der Prävention über die Persönlichkeitsentwicklung bis zur Rehabilitation – überall dort, wo Veränderungsprozesse angeregt und begleitet werden.
Für Menschen, die im Alltag manchmal schwierig zu erreichen sind, wie zum Teil Jugendliche, Lernbehinderte, Kinder oder Erwachsene aus verschiedenen Kulturen etc., kann Theaterspielen mit dramatherapeutischen Elementen eine grosse Hilfe und Chance sein.
Eine Chance zu Veränderung
Die Teilnehmenden erkennen und nutzen auf spielerische Art ihre eigenen Ressourcen, wodurch sie neue Ausdrucksmöglichkeiten erleben.
Im Rollenspiel erfahren sie, dass in jeder Lebenssituation verschiedene Lösungen oder Strategien möglich sind. Sie werden gestärkt in ihrer Entwicklung zum selbstständigen Denken und Handeln, sowie im kreativen Umgang mit Lebenssituationen.
Dramatherapie ist niemals wertend, weder ent- noch bewertend, es muss nichts Perfektes entstehen. Es bleibt das Gefühl, die eigenen Fähigkeiten genutzt zu haben, was das Selbstvertrauen jedes einzelnen stärkt.
Im Vergleich zu anderen Therapieformen bilden in der Dramatherapie immer die eigenen Stärken die Basis, um von dort Veränderungen wahrzunehmen.
"theater-spiel!" – die Verbindung von Dramatherapie mit meiner
Theaterarbeit
In der Schweiz wurde im Jahr 2003 der zweite Nachdiplomkurs in Dramatherapie von der FHS Hochschule für Technik, Wirtschaft und Soziale Arbeit St.Gallen durchgeführt und umfasst 5 Wochen-Module, rund 20 Stunden Intervision und eine Abschlussarbeit.
Ich habe mich für diese Weiterbildung entschieden, weil ich nach neuen Wegen suchte, in meinem Theaterberuf in direkteren Kontakt mit den Menschen treten zu können.
In meiner Arbeit als professionelle Figurenspielerin spüre ich immer wieder, wie die Geschichte auf der Bühne kleine und grosse Zuschauer anregt und bewegt. Dieses Potenzial der dramatisierten Geschichte fasziniert mich sehr.
Genau dies hat mich in der Dramatherapie angesprochen: über eigene Erfahrungen neue Möglichkeiten auszuprobieren und zu schaffen; mit Geschichten, Theaterelementen, Improvisation, Bewegung, Musik und vielem mehr.